Der Fußball und das Leben
Fußballschauen auf dem Meeting

Von Bruder Imad aus Aachen

Heute ist ein besonderer Tag, denn heute ist der 22.05.2010.  Abgesehen davon, dass Meeting ist, war heute Championsleague Finale!
Aber erstmal eins nach dem anderem.

Wir spulen die Zeit um ca. Zwei Stunden zurück.
Es ist ca. 20:40, als plötzlich ca. 20 bis 25 männliche Jugendliche ins Basarzelt, in dem ich gerade Securitydienst schiebe, strömen. Alle quetschen sich an einem Kleiderstand zusammen, der mit einem Fernseher ausgestattet ist.Einige von ihnen tragen weiße, rot-weiße oder rote Trikots.

Die Stimmung ist gut,wenn auch etwas laut.Der Bruder, dem der Stand gehört, hat weise vorausgedacht und extra fürs Finale seinen Flachbildfernseher mitgebracht. Alle stehen,sitzen, knien,kauern vor dem Bildschirm.

Die Übertragung hat bereits begonnen, aber noch dauert es bis zum Anpfiff.
Die Experten reden über die Aufstellung von FC Bayern und Inter Mailand.
Das Bild ist schlecht, kurz vor Anpfiff wird noch flott Werbung für einen muslimischen Sportverein gemacht, und los gehts !

Das Spiel ist interessant, aber nicht besonders spektakulär, Inter dominiert das Spiel!
Und in der 35. Minute  heißt es dann: Tor!!! für den Favoriten Mailand.
Abgesehen von einer vergebenen Großchance für die Italiener passiert bis zur Halbzeit auf dem Spielfeld nur wenig. Ganz anders aber hier bei uns auf der Wegscheide.
Von vielen unbemerkt bauen unsere Techniker Beamer und Leinwand auf, um das mittlerweile zur Fankurve verwandelte Basarzelt zu entlasten.

Während der Halbzeit heißt es dann den mittlerweile auf ca. 80 bis 90 Personen angeschwollenen Tross Fußballbegeisterter zur Leinwand zu locken, was, abgesehen von den räumlich und anzahlmäßig benachteiligten Schwetsern, auch problemlos klappt.
Aber je mehr Zuschauer kommen, desto schlechter wird das Bild. Nach kurzer Fehlersuche kommt heraus, dass die Antenne einen gewissen Freiraum braucht um ein gutes Signal zu empfangen.
Es dauert bis kurz vor Anpfiff der zweiten Halbzeit, alle Leute von der Antenne weg zu bringen und Ruhe zu schaffen, aber als das Trillern der Schiri-Pfeife ertönt, sind schlagaritg alle ruhig, denn Bayerns Müller hat sich freigespielt, zwischen ihm und dem Ausgleich steht nur noch Mailands Torwart Cesar. Müller zieht ab! Und Cesar hält.
Ab diesem Moment sind alle gespannt, und man hört nur noch bei fiesen Fouls oder  knappen Kisten ein "Uhh" oder ein schnell vorüberziehendes "yeah".

In den 63. Minute hat Bayern eine super Chance, doch Cesar, der Torwart, hält mit einer Parade sein Tor sauber. Die Geschwister - die grösstenteils für Bayern sind - toben.
Mittlerweile sind nur noch 25 Minuten zu spielen. Bayern hätte es wirklich verdient ein Tor zu landen.

Und tatsächlich bietet sich Bayerns Nummer 10 Arjen Robben eine Chance, die er nutzt, doch, wie sollte es anders sein, hält Inters letzter Mann durch eine Traum-Parade das Tor sauber.


Bayern hat kaum Zeit sich neu aufzustellen, da versetzt ihnen Mailand durch Milito,der schon das erste Tor erzeilte, in der 70. Minute den Todesstoss durch ein weiteres Tor.
Allgemeines Schweigen auf dem Meetinggelände, kaum jemand weiß, was er sagen soll.
Die letzten Minuten vergehen still. Abpfiff!

Kaum zu fassen, unsere Bayern haben verloren. Die Menge löst sich auf. Alle gehen in ihre Häuser. Während ich meinen Wach-Rundgang fortsetze, höre ich Sätze wie
"Das war so unfair, 70% Ballbesitz und kein Tor" oder "Eigentlich bin ich kein Bayer-Fan, aber bei diesem Spiel haben die uns alle, alle Deutschen vertreten", aber ich höre auch Dinge wie "Wäre doch langweilig, wenn die ständig gewinnen würden. Dann halt nächstes Jahr". Am Ende hat der Favorit Inter Mailand mit 2:0 gewonnen, auch wenn Bayern die zweite Hälfte des Spiels klar dominierte.

That‘ s Life.

Kommentare

Salam aleikum, ich fand es

Salam aleikum, ich fand es war keine gute idee, fußball zu schauen. es hat so sehr vom wesentlichen abgelenkt. die vorträge waren wegen dem spiel mäßig besucht.

Kommentare

Das Problem

Ja da muss ich dir Recht geben. Allerdings musst du auch bedenken, dass das Championsleague-Finale für viele Jungen eine hohe Priorität hat bzw. ihnen viel bedeutet. Ich kenne einige die eigentlich nicht kommen wollten weil davon ausgegangen wurde, dass es keine Möglichkeit gäbe es zu gucken. Ausserdem hätten die Jugendlichen genauso an ihren Handys mit Radioempfang hängen oder über das mobile Internet das Spiel verfolgen können. So haben wir das ganze besser unter Kontrolle und haben ein gemeinschaftliches Erlebnis draus gemacht

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